Reisebericht: Barrierefrei in Florida (USA)

Auf unserem Trip durch das südliche Florida führte uns unser Weg von Miami, wo wir aus Frankfurt kommend gelandet waren, mit einem Leihwagen nördlich zum Kennedy Space Center, dann über Orlando wieder südlich nach Fort Lauderdale, weiter über Key Largo bis runter zum südlichsten Punkte der USA, nach Key West.

Was wir in Bezug auf Barrierefreiheit und den Umgang mit Menschen mit Behinderung erlebt haben, findet ihr in der folgenden Reportage. Begleitet uns auf den einzelnen Stationen unserer Reise und holt Euch Lust auf den eigenen Urlaub!

Infos zur Barrierefreiheit in den USA:

Hotels und Motels:

Beispielfoto: Barrierefreies Hotel in den USA Alle Hotels und Motels, welche wir auf unserer Reise genutzt haben, hatten barrierefreie Zimmer. Die Ausstattungen waren ähnlich den europäischen Standards und es gab nichts zu bemängeln. In einigen Hotels gibt es sogar Behindertenparkplätze mit direkten Zugängen zu den entsprechenden Zimmern, bspw. über die Terrasse.

Behindertenparkplätze:

Beispielfoto: Behindertenparkplatz in den USAKurz gesagt: Überall da, wo sie von "Nöten" waren hat man Behindertenparkplätze gefunden. Es gab wirklich nie eine anstrengende Suche nach einer barrierefreien Parkmöglichkeit. Und das schöne - anders als hier zu Lande - diese Behindertenparkplätze waren auch noch frei und nicht zugeparkt von Falschparkern, die wieder mal irgendwo schnell und nur gaaanz kurz auf einer dieser Parkflächen parken mussten.

Kein Wunder: Da man beim Falschparken auf einem Behindertenparkplatz mit einer empfindlichen Geldbuße rechnen muss. In Florida drohen hierbei bis zu 250 Dollar !!

Einkaufen:

Das Einkaufen für Menschen mit Behinderung ist in den USA unproblematisch. Mit einem Funkgerät, abzuholen am "Customer Service Desk", könnt ihr permanent um Hilfe für die oberen Regalebenen oder die schweren Dinge bitten. Gerne werdet ihr auch von einem Servicemitarbeiter begleitet, welcher mit euch den Einkauf tätigt. Absolut beeindruckend ist das Einkaufen für Menschen mit Behinderung ein leichtes Spiel nicht zuletzt durch den guten Service und die breiten Gänge und ebenerdigen Zugängen zu den Märkten.

Tankstellen:

Auch an das "barrierefreie" Tanken ist in den USA gedacht worden. Viele Tankstellen verfügen an den Zapfsäulen extra über einen speziellen Rufknopf, mit dem man sich bei Bedarf Unterstützung hinzuziehen kann. So ausgestattete Tankstellen waren bei unserem Besuch in Florida sehr verbreitet. Anderen Tankstellen, welche nicht über einen solchen Rufknopf verfügen, bitten darum zweimal zu hupen, um auf sich aufmerksam zu machen. Daraufhin soll Unterstützung kommen - mit dem Zusatz, so stand es geschrieben, falls Unterstüzung verfügbar ist. Stellt sich die Frage, was passiert, wenn keine Unterstützung verfügbar sein sollte.

Fragen wir uns an dieser Stelle mal: Was bedeutet eigentlich Barrierefreiheit?! Barrierefreiheit bedeutet Gegenstände und Einrichtungen für Menschen mit einer Behinderung unabhängig von ihrer Art der Behinderung so zu gestalten, dass diese ohne fremde Hilfe, unabhängig und uneingeschränkt benutzt werden können.

Einen Rufknopf anzubringen oder das zweimalige Hupen für Unterstützung sind hier leider nur der erste kleine Schritt in die richtige Richtung. Leider stehen auch in den USA die Zapfsäulen auf einem erhöhten Fundament und sind nur mit Mühe schwer erreichbar. Zudem stehen diese in Reihen sehr eng, was das Manövrieren mit dem Rollstuhl eng zwischen den Zapfsäulen und den Autos nicht nur schwierig, sondern auch gefährlich macht.

Behinderten-WCs / Toiletten:

Beispielfoto einer Behindertentoilette in den USABarrierefrei zugängliche WCs oder Behindertentoiletten findet man in Hotels, Motels, Bars, Restaurants, Einkaufszentren, Malls, Freizeitparks und Attraktionen, etc. in den USA sehr häufig vor - häufiger als hier in Deutschland.
Eine Art von Euroschlüssel, wie wir ihn kennen, gibt es in Florida nicht. Sämtliche Toiletten waren ohne Einschränkungen frei nutzbar. Wobei man sagen muss, dass die Hygiene - wohl aus diesem Grunde - bei manchen Toiletten schon zu wünschen ließ.

Fazit: Vielleicht trifft es am besten die Aussage: "Quantität statt Qualität" - fast immer war eine Behindertentoilette in unmittelbarer Nähe, jedoch ließen Hygiene und Ausstattung der barrierefreien WCs oftmals zu wünschen.